Ausstellungen
Kunst trotz(t) Armut
Nach Berlin, Frankfurt, Köln und sechs weiteren deutschen Städten ist die Wanderausstellung der Evangelischen Obdachlosenhilfe e.V. „Kunst trotz(t) Armut“ für vier Wochen Gast in der Spinnerei. Zu sehen sind über 100 Exponate von ca. 20 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise dem Themenfeld der Obdachlosigkeit und Armut genähert haben.
Beteiligte Künstler:
Douglas Abuelo (Fotografie), Ingrid Bahß (Fotografie), Adrian Basilius (Fotografie), Winfried Baumann (Installation), Wolfgang Bellwinkel (Fotografie), Sebastian Blei (Malerei), Dorél Dobocan (Zeichnung), Felix Droese (Grafik), Elke Heydecke (Malerei, Collage), Erle H. (Malerei), Jörg Immendorff (Grafik, Plastik), Miriam Kilali (Fotografie), Katharina Mayer (Fotografie), Liesel Metten (Plastik), Wilhelm Neußer (Malerei), Sigmar Polke (Grafik), Karin Powser (Fotografie), Gisela Rothkegel (Text- und Fotodokumentation), Barbara-Maria Vahl (Fotografie), Cornel Wachter (Zeichnung), Harald Bierck (Plastik), Mona Grgurinovic (Fotografie).
Ort: Spinnerei, Halle 12, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig
Ausstellung: 2. bis 26. Oktober 2008
Eröffnung: 1. Oktober 2008, 19 h
Öffnungszeiten: Do – So 11 – 18 h
Katharina Mayer. Paula Modersohn-Becker. Eine Berührung
Kunstsammlungen Böttcherstraße
Paula Modersohn-Becker Museum
15. Juni bis 24. August 2008
In der Ferne lugen Fenster durchs Blattwerk; in der Mitte umgarnen Kletterpflanzen einen Zaun; und vorne, vom Wildwuchs wie von Fisch- oder Vogelnetzen umschlossen, in einem Bassin stehend, ein mit weißen Federn besetztes Kostüm tragend, blickt eine Japanerin in den Himmel – Kosmosfrau ist der Titel dieser Fotografie von Katharina Mayer. Sie war 2001 neben japanischen Farbholzschnitten des 19. Jahrhunderts, Fotografien von Felice Beato und Thomas Struth sowie dem Majolika-Zyklus Licht und Finsternis in der Ausstellung Japan und der Westen. Eine Gegenüberstellung wechselseitiger Wahrnehmung im Paula Modersohn-Becker Museum zu sehen. Hätte Paula Modersohn-Becker diese Ausstellung und die Kosmosfrau gesehen, hätte sie vielleicht ähnlich reagiert wie 1903, als sie die Sammlung Hayashi im Pariser Hôtel Drouot sah:
„Ich sah heute eine Ausstellung altjapanischer Malereien und Skulpturen. Mich packte die große Merkwürdigkeit dieser Dinge. Mir erscheint unsere Kunst noch viel zu konventionell. Sie drückt sehr mangelhaft jene Regungen aus, die unser Inneres durchziehen. Das scheint mir in der altjapanischen Kunst mehr gelöst. Der Ausdruck des Nächtlichen, des Grauenhaften, des Lieblichen, Weiblichen, des Koketten, alles dies scheint mir auf eine kindlichere, treffendere Weise gelöst zu sein als wir es tun würden.“ Wäre die Malerin, die 1907 starb, heute Fotografin? Eine offene Frage. Katharina Mayer (geboren 1958 in Rottweil am Neckar, lebt und arbeitet in Düsseldorf) kehrt sie um und stellt sie sich selbst. Ihre Antwort:
„Ich male zwar nicht wie vor hundert Jahren, ich fotografiere, aber mein Kunstkonzept ist auch das, was ihres war: ,Das Ding an sich – in Stimmung.‘“
Die Becher-Schülerin Mayer dokumentiert ihre Motive entsprechend sachlich wie Bernd und Hilla Becher – und sie inszeniert sie zusätzlich, sei es durch Anschnitt und Farben, sei es durch die Wahl der Kulisse und der Requisite. Für die Serie getürkt (1991–1997) hat sie über einhundert Frauen mit Kopftüchern vor diversen bunt gemusterten Tapeten und Teppichen aufgenommen. Unter den „getürkten Bildnissen“ befinden sich auch eine neue Alte Armenhäuslerin und ein „getürktes Selbstbildnis“ Mayers als Schwarzwaldmaid. Statt porträtierten Türkinnen sieht man sich so plötzlich vor Rapports posierenden Figuren gegenüber. So schafft es die Bilderserie, eine subversive Maskerade im Studio, die Klischees von Verhüllten in den Köpfen von Unverhüllten zu entlarven. Carrie im Graben (2001) aus der Serie Carrie und ich hingegen spielt wie Kosmosfrau wieder im Grünen. Hier verpflanzt Mayer ein mit Blumenkranz geschmücktes Mädchen in ein Erdloch, stellt links und rechts auf Bodenniveau zwei Mädchen hinzu und lichtet das Ganze so ab, dass die Grasnarbe die Schenkel des mittleren Mädchens und die obere Bildkante die Oberkörper der anderen beiden anschneiden. Erwachsenwerden; Schnitt; Erwachsensein – eine strenge, sachliche wie stimmungsvolle Komposition Mayers, die denen Modersohn-Beckers nicht unähnlich ist, und auch ein Thema, in dem sich die beiden Künstlerinnen berühren.
Frank Laukötter
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (€ 18,–), der in der Reihe der Kataloge Rineke Dijkstra. Paula Modersohn-Becker. Portraits. (2003) und Jenny Holzer: For Paula Modersohn-Becker (2005) steht.
Mehr Informationen auf der homepage des Paula Modersohn-Becker Museums

- Katharina Mayer: Kosmosfrau, 2001, C-Print, Diasec

- Paula Modersohn-Becker: Bildnid Lee Hoetger vor Blumengrund, 1906, Kunstsammlungen Böttcherstraße
Einführung in die Kunstgeschichte 3
Ausstellung im Fotohof Salzburg
22. Januar - 1. März 2008
Fotohof
Erhardplatz 3
5020 Salzburg
T: 0034 662 849 296
e-mailfotohof(at)fotohof.at
www.fotohof.at
Einführung in die Kunstgeschichte
Gruppenausstellung in der Ursula Blickle Stiftung
Eröffnung: 10. November 2007, 19 Uhr
Dauer: 11.11. - 16.12.2007
unter anderem mit Katharina Mayer, Stephane Couturier, Danicia Dakic und Klaus Scherübel. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Die Ausstellung thematisiert die Repräsentation bekannter Werke der Kunstgeschichte in der zeitgenössischen Kunst. Es werden Fotografien, Filme und Installationen gezeigt, in denen Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen ohne jegliche Veränderung bzw. Manipulation aufgenommen wurden. Ausserdem werden verschiedene kunsthistorische Rezeptionsmodelle untersucht, indem Begriffe wie künstlerische Originalität, Autorschaft, Aura und Status eines Kunstwerks reflektiert und in den Raum gestellt werden.
Ursula Blickle Stiftung
Mühlweg 18
D-76703 Kraichtal-Unteröwisheim
Tel +49 (0) 7251-60 91 9
Fax +49 (0) 7251-68 68 7
www.ursula-blickle-stiftung.de
Öffnungszeiten während der Ausstellungen
Mittwoch 14 — 17 Uhr
Sonntag 14 — 18 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Eintritt frei
Borderland - Flying Homeland - Jugendbilder (Pictures of Youth)
4. Oktober - 10. November 2007 Chats Palace, London
Am 3. und 4. Oktober findet außerdem eine Portrait session mit Katharina Mayer und Birgitta Thaysen statt. Beginn 14 Uhr im Chats Palace
Borderland - Flying Homeland - Jugendbilder (Pictures of Youth)
An exhibition of portraits by German photographer Katharina Mayer showing young people in Dusseldorf and East London. Katharina Mayer studied photography at Dusseldorf Academy with Professor Bernd Becher. Her work has been exhibited widely across Europe and she teaches photography at Art School Niederrhein in Germany. See www.purdyhicks.com for more information. Mayer's latest work attempts to shake off old-fashioned ideas of nation, homeland and national identity and open up these concepts to the different interpretations she has encountered while photographing young people. For several years as I have been working with young people in schools or in my studio, I recognise the changes in society. It is fascinating working with different nationalities. European society is becoming more and more multicultural. While working with young people I have noticed how open to discussion the concept of homeland has become. Looking around, it has become obvious to me how fossilised the concept of homeland is, how tenatively it is interpreted, and yet how flexible it can become when people can open up and express their thoughts freely. Hence Flying Homeland, a reference to the story of the Flying Dutchman, popularised by Wagner's opera. I wanted to stress the weightlessness and lightness of the theme. As part of my collaboration with young people, a second concept crystallised, that of borderland. Although this concept has negative implications in psychology, I have found in my work with young people that it can change and take on a positive meaning. The core question is that of borders and border crossings in a non-threatening way. In this project the aspect of dress in the sense of covering up is seen in connection with uniformity, and it is for this reason that I decided to incorporate schools in Britain to this project, as there is a history of institutional uniformity through school uniforms.
Katharina Mayer, June 2007
4 October-
10 November
Images © Katharina Mayer
Gastmahl der Freunde / Katharina Mayer
10. August bis 29. September 2007 in der fiftyfifty-Galerie Düsseldorf
Die Fotoarbeiten entstanden im Refektorium des Franziskanerklosters in Düsseldorf.
Eröffnung am 10. August um 18 Uhr
Begrüßung durch Bruder Matthäus
es spricht Katharina Mayer
Axel Grube liest
fiftyfifty-Galerie
Jägerstraße 15
40231 Düsseldorf
montags bis freitags 14-17 Uhr
www.fiftyfifty-galerie.de
No norm - Out of Order / Katharina Mayer und Shahryar Nashat
13.Mai bis 22.Juli 2007 im Rahmen der 30. DUISBURGER AKZENTE im Lehmbruckmuseum Duisburg
Katharina Mayer "Familia"
Der zentralen Bedeutung der Familie als weltweit verbreitete, universelle Lebensform und eine der bedeutendsten Institutionen bei der Vermittlung von ethischen und moralischen Werten, gilt das Hauptinteresse Katharina Mayers in ihrem Projekt "familia", an dem sie seit 2001 arbeitet.
Religion, Gemeinsamkeit, Konfliktfähigkeit, Verantwortung, Liebe und Toleranz werden gemeinhin über die Familie vermittelt. Die Fotografin besucht Familien in europäischen Städten, um sie in ihrem Wohnumfeld und bisweilen auch in ihren Gärten zu fotografieren. Sie bedient sich dabei der bewährten Form des Gruppenbildes, wie man sie früher anlässlich besonderer Familienfeste beim Fotografen im Studio machen ließ.
Ein Familienporträt bildet die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem. Diese Grenze zu finden und auf ihr zu experimentieren, ist das Anliegen der Künstlerin. Deshalb greift sie mit einfachen, inszenatorischen Stilmitteln in das Bildgeschehen der ansonsten traditionellen Kompositionen ein: Ein junger, auf dem Fußboden eines Wohnzimmers kniender Mann, dessen Kopf und Oberkörper auf einem Tisch ruhen, während die Familie, die um ihn gruppiert ist, gebannt auf ihn blickt, hat dieses Quäntchen Absurdität, das Katharina Mayer in die Bilder dieser Serie gelegentlich einstreut.
Angeregt zu solchen irritierenden Arrangements wurde die Künstlerin von einer Schwarzweißfotografie aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, bei dem eine Familie gleichmäßig um einen Tisch angeordnet und ein kleiner Junge mit einem langen Bart verkleidet ist, was dem Bild einen seltsamen, humorvollen Unterton verleiht.
Der vielschichtigen Herausforderung, das das Thema Familienporträt an eine Künstlerin stellt, nähert sich Katharina Mayer, indem sie die Anordnung mehrerer Menschen auf einem Bild so gestaltet, dass sie dabei die Bedeutung des einzelnen nicht aus dem Blick verliert.
Sie macht die Aufnahmen meist in den Privaträumen der Protagonisten, weil die Menschen dort optimal in ihrer sozialen Lebenswelt, in ihrer Beziehung zueinander, in ihrer stummen Sprache untereinander gezeigt werden können. Die Interaktion zwischen den Personen, bestehende Hierarchien, verwandte Gesten und Körpersprache interessiert Katharina Mayer hierbei am meisten.
Dr. Rupert Pfab, Hamburg 2005





